Fire and Forget. On Violence

Fire and Forget. On Violence


An dieser Stelle folgt keine Besprechung, resp. Kritik der Ausstellung "Fire and Forget. On Violence", die noch bis 30. August im KW läuft - da dies schon ausreichend in verschiedenen Medien gemacht wurde.

In einem Artikel der Welt wird u.a. gegenüber der Ausstellung moniert, dass es versäumt wurde, der Frage: inwiefern Bilder selbst Träger und Vehikel der Gewalt sind? - in der Ausstellung nachzugehen. Diese Kritik der fehlenden Selbstreferenzierung, resp. -reflexion scheint mir insofern etwas gesucht, da die Frage in einzelnen Arbeiten durchaus thematisiert wird, resp. konnontiert. Wer sich in diesem Zusammenhang medientheoretisch mit dem Phänomen der Gewalt und Terrorismus auseinandersetzen möchte, dem lege ich die Lektüre von Jean Baudrillard "L'esprit du terrorisme" von 2002 nahe.

Aus meiner Sicht ist eher die Unterteilung der Ausstellung in die vier Themenkomplexe: Grenze, Affekt, Erinnerung und Ereignis nicht immer ganz nachvollziebar, resp. teilweise etwas willkürlich. Auch die Arbeiten bewegen sich auf sehr unterschiedlichem Niveau.

Aber genug zur Konzeption und allfälligem theoretischen Überbau zur Ausstellung. Hier nun eine persönliche Auswahl von Arbeiten, die mir besonders aufgefallen sind:

Nicht ohne Humor: In "Jeff Koons Must Die!!!!" von Hunter Jonakin, die Arbeit ist als Videospiel angelegt, kann man mit einem Raketenwerfer bewaffnet, die Kunst von Jeff Koons flambieren. Yeah!


Buck Fever, der Künstlerinnengruppe Neozoon von 2012. Was im Video über die erste Reaktionen von Jägern nach dem erfolgreichen Schuss gezeigt wird - durch die Montage verdichtet - irritiert und lässt mich nur mit Sigmund Freud interpretieren.

"The Place of Dead Roads" (2013): Ein art von getanztem Reacting, welches an Pistolenduelle aus Western erinnert. Ein Ausschnitt des Videos der Installation kann man sich auf dieser Galerie Seite ansehen (benötigt das Quicktime Plugin).

Gruselfaktor
Die Installation "Polizei", 2015 (Dummies, uniforms, engines) von Julius von Bismarck wirkt ziemlich bedrohlich, da es das erste ist, was einem beim Betreten des zweiten Stocks im Gegenlicht entgegentritt. Dass sich einzelne Puppen plötzlich ruckartig bewegen, macht es nicht unbedingt besser...

Es gäbe noch einige interessante Arbeiten, wie: "ever is over all" von Pipilotti Rist, "Dachau. Museumsbilder", Serie aus 9 Fotografien von Rudolf Herz, etc... aufzuführen.

Wer aber die Möglichkeit hat, sollte sich die Ausstellung im KW unbedingt ansehen. Die Ausstellung läuft nur noch bis Ende August.

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